Mahonie

Die Mahonie, Mahonia aquifolia, gehört zusammen mit Berberitze, Elfenblume und Fußblatt in die Familie der Berberitzengewächse, der Berberidaceae.

Ursprünglich beheimatet in Nordamerika ist sie eine aus Parkanlagen und Gärten ausgebüxte Zierpflanze, die zu den Neophyten zählt. Ihren Namen trägt sie zu Ehren ihres Züchters, eines Herren namens McMahon.

Der immergrüne Strauch mit den ledrigen Blättern wird bis etwa 1.80 Meter hoch und gehört mit einer Blütezeit von März bis Mai zu den Frühblühern.

Das, was unserem Auge scheint wie einzelne Laubblätter, ist für den Botaniker ein gefiedertes Blatt, zusammengesetzt aus, häufig sechs, einzelnen, einander gegenüberstehenden Blättchen mit einem einzelnen Blättchen an der Spitze, was man als unpaarig gefiedertes Laubblatt bezeichnet.

Die Laubblätter sind auf der Oberseite glänzend grün, auf der Unterseite hellgrün, am Blattrand wellig und mit Spitzen versehen. Wird es im Winter zu kalt, wechseln die frostempfindlichen Blätter ihre Farbe von grün zu dunkelrot/rostrot.

Die zitronengelben, etwa einen halben Zentimeter großen, nach Honig duftenden Blüten wachsen in aufrechten Trauben, jeweils drei bis vier nebeneinander. In der Mitte einer Blüte sitzen sogenannte „reizbare“ Staubblätter, die bei Berührung in Richtung Narbe schnellen und so den Besucher mit klebrigem Blütenstaub bedecken.

Mit ihrer frühen Blütezeit ist die Mahonie ein Nektar- und Pollenlieferant für Insekten, besonders Bienen und Hummeln.

Ab August sind die erbsengroßen, runden, fast schwarzen Beeren zu finden, die wie mit Reif überzogen wirken. In ihrem Innern liegen zwei bis fünf rotbraune Samen. Verbreitet werden sie besonders durch Vögel wie Rotkehlchen oder Amsel, die die Samen nach dem Genuss der Beeren unverdaut wieder ausscheiden (Verdauungsausbreitung).

Mahonien verbreiten sich auch durch unterirdische Ausläufer.

Die rohen, sehr sauren Beeren sind leicht giftig; isst man zu viele davon, rächt sich der Magen-Darmtrakt mit Durchfall.

Die nach schwarzen Johannisbeeren schmeckenden Beeren können zu Fruchtwein, Branntwein, Gelle, Kompott, Marmelade verarbeitet werden.

Mit dem dunkelroten Saft der Beeren oder den gelben Wurzeln können Wolle, Seide und Baumwolle gefärbt werden.

Die Mahonie enthält Alkaloide, Berberin, Fruchtsäuren, Vitamin C.

Durch ihre Inhaltsstoffe wirkt sie abführend, antibakteriell, blutreinigend, antiseptisch, harntreibend, wundheilend, entzündungshemmend und wird eingesetzt bei Bluthochdruck, Nierenproblemen, Akne, Kopfschuppen, Verdauungsbeschwerden sowie Harnwegsinfekten.

Die Blätter der Mahonie sind beliebt beim Mahonienrost, Puccinia mirabilissima. Dieser Rostpilz ist zu erkennen an braunen Flecken mit rötlichem Rand auf der Blattoberseite und braunen, pulvrig aussehenden Sporenlagern auf der Blattunterseite. Er ernährt sich vom Blattgewebe und wächst ohne Wirtswechsel nur auf Mahonien.

Unser Tipp: Bei Gelegenheit einfach mal die Nase in die Blütentraube einer Mahonie stecken und den Honigduft genießen!

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