Heidekraut

Besenheide, Heidekraut

fälschlich „Erika“ genannt

Heidekraut gehört zusammen mit Heidelbere, Preiselbeere und Rhododendron in die Familie der Heidekrautgewächse, der Ericaceae. Ihr findet es in Kiefernwäldern, Mooren und natürlich Heidelandschaften, wo es von August bis Oktober für rosa gefärbte Landschaften verantwortlich ist. Im Bergischen Land ist der Boden häufig zu stark beschattet, hier wächst die Besenheide gerne auf sonnigen Wegböschungen.

Der maximal einen Meter hoch werdende, immergrüne Zwergstrauch hat häufig das etwas struppige Aussehen eines Besens. Sein wissenschaftlicher Gattungs-Name „Calluna“ stammt vom griechischen „kallynein“ für Fegen. Die Besenheide wurde früher zum Binden von Besen verwendet.

Heidekraut wächst langsam und wurzelt tief. Seine kleinen, festen Laubblätter sitzen wie Dachziegel an den verholzten Zweigen. Die kleinen, bis zu vier Millimeter langen, rosa Blüten sitzen in Trauben an den Zweigenden. Sie bestehen aus acht Staubblättern und je vier Blüten- und Kelchblättern, wobei die Kelchblätter die Blütenblätter um das Doppelte überragen.

Blühendes Heidekraut ist durch seinen leicht zugänglichen Nektar, der bis zu 24 Prozent Zucker enthält, bei Insekten sehr beliebt.
Besucher sind z.B. der Ockergelbe Blattspanner, ein Nachtfalter, und viele andere, z.T. seltene Schmetterlingsarten oder deren Raupen wie Kiefernsackträger, Heidekraut- Bunteule, Grüner Moorheidespanner oder Komma-Dickkopffalter.
Auch die Weibchen der sogenannten „Gewitterwürmchen“ (Taeniothrips ericae) bestäuben die Pflanze, wenn auch eher zufällig, bei der Suche nach einem Bräutigam.

Besenheide ist eine gute Bienenweide. Ergebnis der Sammeltätigkeit der fleißigen, geflügelten Damen ist der Heidehonig.

Ihre Beliebtheit bei vielen Insekten macht die Besenheide zu einer für Zier- und Wildgärten sehr gut geeigneten Pflanze.

Fliegen zu wenig Insekten, wachsen die Staubblätter in die Länge und die Heide steigt auf Windbestäubung um.

Letztlich entstehen sehr viele, sehr kleine Ballonflieger. Heidekraut kann auch sogenannte Legetriebe bilden, wenn Zweige auf der Erde aufliegen und Wurzeln ausbilden. Heidekrautwurzeln bilden Tannine und geben sie an den Boden ab. Damit stören sie die Bildung der Mycorrhiza-Pilze, ohne die das Wachstum von Bäumen auf Grund von Wasser- und Mineralienmangel nicht möglich ist. So hält sich die Heide die Konkurrenz vom Leib.

Heidekraut war übrigens 2019 „Blume des Jahres“. Und anders, als der von GärtnerInnen produzierte Name „Sommerheide“ vermuten lässt, ist die Pflanze mehr- bis vieljährig und muss im Herbst nach der Blüte nicht entsorgt werden.

Heidekraut