Efeu

Der immergrüne Kletterstrauch mit den ledrigen Blättern gehört, wie auch Wassernabel und Strahlenaralie, in die Familie der Araliengewächse.

Der wissenschaftliche Name, Hedera helix, bezieht sich auf den griechischen Wortteil „hedra“, was „sitzen“ bedeutet, da Efeu sehr fest mit dem Untergrund verwurzelt, und den lateinischen Wortteil „helix“, was sich in etwa mit „gewunden“ übersetzen läßt.

Efeu ist der einzige in Mitteleuropa heimische Wurzelkletterer; er ist eine Liane, wobei das Wort Liane nur eine Wuchsform bezeichnet, keine spezielle Pflanze. Sein Lebensraum sind Misch- und Auwälder, Felsen, Mauern, Wände und alles, was etwas Haftgrund bietet und lange genug stillhält.

Efeu kann aus dem Spross sogenannte Adventivwurzeln bilden, die als Haftwurzeln eine Länge von zwanzig Metern erreichen können und bei Kontakt mit dem Erdboden zu Nährwurzeln umgebildet werden. Der Spross kann über zehn Zentimeter Durchmesser erlangen.

Efeu bildet Sonnen- und Schattenblätter aus, die älteren, an blühenden Trieben sitzenden und von der Sonne beschienenen, sind eher oval bis rhombusförmig, die im Schatten liegenden drei bis fünf lappig. Unterschiedliche Blattformen an einer Pflanze bezeichnet man als Heterophyllie.

Die Pflanze blüht, sehr zur Freude ihrer Besucher, eher spät im Jahr, von September bis November und bietet zudem reichlich Nektar. Besucher sind Fliegen, Wespen und Bienen. Die Efeu-Seidenbiene ernährt ihre Brut nur mit Efeupollen, sie ist „monolektisch“.

Efeu blüht als halbkugelförmige Dolde. Die gelbgrünen, zwittrigen Blüten (Weibchen und Männchen haben ein gemeinsames Schlafzimmer) besitzen fünf Blüten- und fünf dreieckige Kelchblätter. Blütenstiele und Stiele der Blütenstände sind filzig behaart.

Die schwarzblauen Beeren reifen erst im Spätwinter und Frühjahr, zwischen Januar und April, also zu einer für die Vogelwelt recht kargen Zeit; sie werden gerne geerntet von Amsel, Star, Rotkehlchen oder auch von heimkehrenden Zugvögeln wie Gartenrotschwanz und Mönchsgrasmücke.

Efeu ist giftig, der Verzehr der Blätter führt zu Durchfall, Erbrechen, Krämpfen, erhöhtem Puls, Kopfschmerzen. Kontakt mit dem Pflanzensaft kann zu Hautreizungen führen (Kontaktdermatitis).

Die in der Pflanze enthaltenen Saponine reizen den Magen, verflüssigen aber auch Hustenschleim. Efeu gilt als Heilmittel gegen Krampf- und Reizhusten, Keuchhusten, Erkrankungen der Bronchien, Gicht, Rheuma, Geschwüren und Ekzemen. Efeu war Arzneipflanze des Jahre 2010.

Durch seinen Gehalt an Saponinen, sogenannten Seifenstoffen, kann Efeu auch zur Herstellung von Wasch- und Spülmitteln und von Körperpflegemitteln verwendet werden. Einige am Ferienprogramm der Natur-Schule Grund teilnehmende Kinder z.B. lieben ihr selbstgemachtes Efeu-Shampoo.

Efeu gebraucht andere Pflanzen als Kletterhilfe. Er erdrosselt sie nicht und entzieht ihnen keine Nährstoffe. Wächst die Pflanze hoch und dicht genug, kann dies zu Lichtkonkurrenz führen. Und evtl. kann ein zu schwer bewachsener Ast abbrechen (nach Jahren!).

Also Efeu bitte wachsen lassen und nicht abschneiden um einem Baum zu „helfen“, der gar keine Hilfe braucht!

Efeu
Efeu am Baum
Efeu Ausläufer