Fliegenpilz

Der Fliegenpilz gehört zu den Wulstlingen. Er stellt den Idealtyp eines Pilzfruchtkörpers dar, wie er den meisten Menschen als „Pilz“ bekannt ist, d.h. er hat einen Stiel und einen Hut. Der bis zu 15 (20) cm hohe Stiel ist zylindrisch, zur Spitze hin leicht verjüngt. An der Basis ist er zwiebelförmig bis knollig und mit mehreren weißgelben, grob warzigen Gürteln umgeben. Der Stiel ist meist hohl und bricht leicht, seine Oberfläche ist weiß. Im oberen Drittel finden wir einen weißen, hängenden, lappigen Ring, der aus dem Wachstum des Fruchtkörpers resultiert.

Üblicherweise ist der Fliegenpilz mit seinem roten Hut, der mit zahlreichen weißen Flöckchen bedeckt ist, wohl allen NaturfreundInnen bestens bekannt. Diese Flocken sind ebenfalls Reste der Hülle, in der der Fruchtkörper gewachsen ist.

Allerdings kann es nach kräftigeren oder längeren Regenfällen sein, dass die Flöckchen vom Hut herunter gespült werden und der Pilzhut nur noch rot erscheint. Dann gäbe es die Möglichkeit, ihn mit ähnlichen, z.T. giftigen Arten zu verwechseln.

Hier hilft es, dass der Fliegenpilz unter seiner roten Huthaut noch eine orangefarbene Schicht zeigt, die ihn (fast) unverwechselbar macht.

Unter dem Hut zeigt der Fliegenpilz Lamellen, also blattähnliche Strukturen, die der Oberflächenvergrößerung dienen, denn hier produziert der Pilz seine Sporen, die zur Verbreitung der Art nötig sind.

Die Sporen sind weiß, wie auch die eng beieinander stehenden Lamellen.

In Deutschland ist der Fliegenpilz nahezu überall verbreitet, nur nicht in ausgeräumten Agrarlandschaften, denn hier findet er meist keinen Baum als Mykorrhiza-Partner. Er kann aber bei Vorhandensein geeigneter Bäume (z.B. Birke) auch in Gärten leben.

Hier bei uns in Remscheid taucht der Fliegenpilz üblicherweise erst im September und Oktober auf, ausreichend Feuchtigkeit vorausgesetzt. Er ist als Partner von Bäumen vor allem in Beständen von Birken, aber auch in Fichtenforsten häufiger zu sehen.

Für Menschen, die das Schöne lieben, ist ein frischer Fliegenpilz im Wald ein begehrtes Fotoobjekt. Allerdings gibt es zahlreiche Exemplare, bei denen schon am Morgen große Teile z.B. durch Schnecken weggefressen sind.

Der Merksatz „Wenn eine Schnecke einen Pilz isst, dann ist der essbar“ stimmt, aber nur für Schnecken. Bitte nicht nachmachen, liebe Kinder zuhause.

So wie wir uns überhaupt klar machen sollten, dass fast alle Pilze roh sowieso giftig wirken und wir nicht alles essen müssen, was im Garten oder im Wald so wächst.

Der Fliegenpilz allerdings ist ein echter Giftpilz, der meist aber nicht tödlich giftig wirkt.

Essen von Fliegenpilzen führt zu einer ganzen Anzahl von Vergiftungssymptomen wie z.B. Mattigkeit, Benommenheit, Unruhe, Angstgefühle, Halluzinationen, Verlust des Persönlichkeits- und Zeitgefühls, Depression, Euphorie, Delirium, Muskelkrämpfe, Lähmungen, Atemstillstand, Kreislaufstillstand usw. Es soll Menschen geben, denen diese Symptome egal sind und die sich mit Fliegenpilzen in einen Rauschzustand versetzen wollen. Eine Idee, von der wir nur abraten können.

Zum Schluss noch ein toller Link für Alle, die mehr über den Fliegenpilz wissen möchten:

https://www.natur-in-nrw.de/HTML/Pilze/Agaricales/PA-28.html

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