Elster

Die Elster, Pica pica, gehört zusammen mit Eichelhäher, Dohle und Saatkrähe in die Familie der Rabenvögel, der Corvidae. Und obwohl die Mehrzahl dieser Arten eher weniger wohlklingende Lautäußerungen von sich gibt, gehören die Rabenvögel zu den Singvögeln.

Der auffallend schwarz und weiß gefärbte Vogel schillert bei entsprechendem Lichteinfall metallisch grün und blau. Männchen und Weibchen zeigen die gleiche Färbung. Bei einer Spannweite von etwa 55 cm und einem Gewicht von ca. 250 Gramm wird der Vogel bis 50 cm groß, wobei etwa die Hälfte der Körpergröße auf den kräftigen Schwanz entfällt.

Elstern haben dunkle Augen mit einer schützenden Nickhaut, einen kräftigen, dicken Schnabel und scharfe Krallen. Sie können fünfzehn Jahre alt werden und bleiben als Standvögel im Winter bei uns.

Ihr vielfältiger Speiseplan umfasst Regenwürmer, Insekten (z.B. Bienen und Wespen), Spinnen, Schnecken, kleine Säugetier (z.B. Mäuse), Vogeleier und -küken, Früchte und Samen oder auch Aas. Nahrung wird hauptsächlich am Boden gesucht, in der Not auch im menschlichen Abfall.

Unverdauliche Reste werden als Gewölle ausgewürgt.

Elstern leben in der Nähe des Menschen, in Städten, Gärten, Parkanlagen. Dort hört man häufig ihr Keckern, den Gesang aber sehr selten.

Die Balz beginnt ab März, Brutzeit ist von April bis Juni. Paare, die sich gefunden haben, bleiben zusammen und erledigen Nestbau, Jungenaufzucht und Nahrungssuche gemeinsam. Sie bauen ihr im Durchmesser etwa siebzig Zentimeter großes Nest mit einer Art Überbau zum Schutz gegen Greifvögel in höhere Büsche und Bäume. Es besteht aus Zweigen und Polstermaterial in Form von Gräsern, Blättern und sandiger Erde.

Das Weibchen legt vier bis acht grünliche, braun gefleckte Eier, aus denen nach zwanzig Tagen blinde und nackte Nesthocker schlüpfen. Sie verbleiben noch achtundzwanzig Tage im Nest. Während dieser Nestlingszeit und zum Teil auch noch nach Verlassen des Nestes wird ihnen das Futter von den Elterntieren n den leuchtend roten Rachen gestopft.

Jungvögel finden sich in Gruppen zusammen, man erkennt sie u.a. am etwas kürzeren Schwanz.

Elstern haben gemeinsame Schlafplätze, sie sind aber von vor Sonnenaufgang bis nach Sonnenuntergang unterwegs.

Feinde der Elstern sind Habicht, Uhu, Sperber, Krähe, Kolkrabe, Eichhörnchen, Marder und auch der Mensch, der die Vögel vergiftet oder abschießt.

Elstern sind nicht diebisch, sondern intelligente Vögel, die z.B. den Menschen beobachten, um an Futter zu gelangen. Sie verstecken Futter in Bodenlöchern und können sich die Verstecke auch merken.

Auch wenn sie Vogelküken auf ihrem Speiseplan haben, so schadet das dem Gesamtbestand der jeweiligen Art nicht.

Zur Zeit der Hexenverfolgung galten Elstern als Hexentiere oder gar selber als Hexen. Auch heute sind sie für viele Menschen noch Vorboten kommenden Unheils. Passend hierzu findet man auf dem Gemälde „Die Elster auf dem Galgen“ von Pieter Brueghel (1525/1530 – 1569) eine Elster auf sowie eine Elster unter dem Galgen. Rossini (1792 – 1868) widmet ihr eine ganze Oper: „Die diebische Elster“.

Die Städte Elsterwerda, Bad Elster und Elsterberg führen den Vogelnamen nicht nur im Namen, sondern die Elster auch im Wappen.

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