Maulwurf

Talpa europaea, das kleine Raubtier aus dem Untergrund

Das kleine Säugetier wird etwa 15 bis 18 Zentimeter lang und knapp 100 Gramm schwer. Paarungszeit ist von April bis Juni, nach vier bis sechs Wochen bringt das Weibchen, einmal im Jahr, drei bis sechs Junge zur Welt, die nach einem Monat selbstständig sind.

Der Maulwurf ist bestens an die unterirdische Lebensweise angepasst.

Er gräbt seine ungefähr 4×5 cm großen Röhren, die sich über ein Jagdgebiet von 3000 Quadratmetern erstrecken und aus Gängen, Schlaf- Nest- und Vorratskammern bestehen, mit seinen Vorderfüßen. Sie gleichen einer mit Grabkrallen ausgestatteten großen Hand. Der Oberarmknochen ist sehr groß und der Arm mit kräftigen Muskeln ausgestattet.

Während des Grabens können Mund und Nase mit Hautlappen verschlossen werden. Auch wenn der Maulwurf nicht so aussieht, besitzt er sieben Halswirbel, wie jedes Säugetier. Für’s Vorankommen und Wenden in den engen Gängen ist der Maulwurf mit einem walzenförmigen Körper und einem samtigen Fell ausgestattet, das nur aus Wollhaaren besteht und keinen „Strich“ hat, d.h., die Haare können sich in jede Richtung legen.

In schlechten Zeiten wurden Maulwürfe zur Herstellung von Mänteln und Jacken bejagt. 1000 Felle ergeben einen Mantel…

Auch Maulwürfe haben Augen, wenn auch nur stecknadelkopfgroß, im dichten Fell verborgen und zu gutem Sehen nicht geeignet, was bei der unterirdischen Lebensweise nicht stört. Zum Ausgleich ist der Maulwurf mit einem hervorragenden Tast- Geruch- und Hörsinn ausgestattet. Er besitzt extrem empfindliche Schnurrhaare, Tastsensoren in der Nase und Tasthaare am Schwanz, für den Rückwärtsgang.

Der kleine Insektenfresser läuft seine Gänge immer wieder ab, um zu „hören“, ob sich irgendwo ein Beutetier in seine Röhren verirrt hat. Auf dem vielfältigen Speiseplan stehen Regenwürmer, Schnecken, Insekten und andere Gliedertiere sowie deren Nachkommen wie Larven, Raupen und Engerlinge.

Damit kleine Beutetiere gut gegriffen werden können, sind die Schneidezähne im Unterkiefer schräg nach vorne gerichtet. Anschließend wird die Beute zwischen den spitzen Backenzähnen zerquetscht.

Zum Überleben muss der Maulwurf pro Tag etwa die Hälfte seines Körpergewichtes an Nahrung zu sich nehmen. Er ist ein reiner Fleischfresser und nicht verantwortlich für Fraßschäden an Kartoffeln oder Gemüsepflanzen.

Seine Gänge befinden sich etwa 20 bis 40 cm unter der Erdoberfläche. Im Winter gräbt er sich, um dem Frost zu entkommen und eventuell noch Nahrung zu finden, bis zu einem Meter tief in die Erde. Dabei kann er innerhalb einer Minute das doppelt seines Körpergewichtes abgraben und beseitigt hierbei auch im Wege stehende Wurzeln.

Das Blut des Maulwurfs enthält übrigens zur besseren Sauerstoffversorgung mehr Hämoglobin als das anderer Säugetiere.

Außerhalb der Paarungszeit verhält er sich aggressiv gegen Artgenossen, sie werden, ebenso wie Wühlmäuse, vertrieben.

Auch wenn der Gärtner nicht unbedingt ein Freund der oberirdisch sichtbaren Bauaktivitäten des Maulwurfs ist, Maulwurfshügel platt treten ist zwecklos, er braucht die lockere Erde zur Durchlüftung des Baus, um nicht zu ersticken und wird sie immer wieder aufwerfen. Sie sind auch keine Aus- oder Eingänge, sondern nur „Abraumhalden“.

Um gut durch den Winter zu kommen, bevorratet er Regenwürmer, denen er das Vorderende abbeißt, damit sie nicht sterben und schön frisch bleiben, der liebe kleine, flauschige Kerl mit den Zähnen eines Löwen im Miniaturformat.

Maulwürfe sind gesetzlich geschützt, sie dürfen weder gestört noch getötet werden. Man sollte sich über ihr Vorkommen freuen. Da, wo sie ihre Hügel aufwerfen, ist die Natur noch relativ in Ordnung.

Maulwurf
Maulwurf Zähne
Maulwurf Zähne vergrößert