Lärche

Lärche

Larix decidua, die europäische Lärche, gehört zur Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Sie kann etwa 55 m hoch und um die 600 Jahre alt werden. Dabei erreicht sie einen Stammdurchmesser von eineinhalb bis zwei Metern.

Wird sie zur Nutzung angepflanzt, kann sie nach 100 bis 140 Jahren geerntet werden („forstwirtschaftliche Umtriebszeit“). Allerdings wurde sie z.B. an den Hängen des Morsbachtales bei Remscheid-Westen in den 1960er Jahren gepflanzt, um auf ehemaligem Grünland Wald zu begründen, mit Buchen im Unterstand. Diese Bäume wurden zum großen Teil schon nach rund 50 – 60 Jahren gefällt, wohl um mehr Platz für die jungen Buchen zu schaffen.

Das Holz der Lärche ist von leicht rötlicher Farbe, harzreich, sehr hart und schwer. Es liefert gutes Bau- und Nutzholz, z.B. für tragende Konstruktionen, Möbel, Dielen, Treppen und Geländer. Wegen seiner Wasserbeständigkeit wurde es früher häufig verwendet für Wasserleitungen, Butterfässer oder Melkeimer, heute für Holzschindeln, Telegraphenmasten oder im Schiffsbau.

Die Lärche ist ein winterkahler Nadelbaum und stammt ursprünglich aus den Alpen und benachbarten Gebirgen. Sie verträgt sehr kalte Winter und heiße, trockene Sommer. Allerdings wird vermutet, dass sie bei weiterer Klimaerwärmung außerhalb der Hochgebirge nicht zukunftsfähig sein wird.

Sie erscheint uns mit frischen Nadelblättern hellgrün im Frühling, dunkelgrün im Sommer und goldgelb im Herbst, bevor sie ihre Nadeln verliert. Das lateinische „deciduus“ bedeutet hinfällig und bezieht sich wohl auf die Nadeln, die im Gegensatz zu den Nadeln anderer Nadelbäume nicht durch eine Wachsschicht oder eingesenkte Spaltöffnungen vor Verdunstung und Vertrocknen im Winter geschützt sind. Die weichen, flachen und biegsamen Nadeln sitzen an den gestauchten Kurztrieben in Büscheln, an den Langtrieben einzeln.

Die Lärche ist einhäusig getrenntgeschlechtlich. Die männlichen Blüten sind gelb, etwa einen Zentimeter groß, rundlich und stehen nach unten am Zweig. Die weiblichen Blüten sind anfangs rote, kleine Zapfen, die am Zweig stehend wachsen.

Der Blütenstaub gelangt mit Hilfe des Windes auf die weiblichen Blüten. Aus ihnen entstehen Zapfen, die zur Reifezeit braun sind und kleine Drehflieger entlassen. Bei ihrer Verbreitung helfen Wind und Vögel. Lärchenzapfen können noch Jahre am Baum verbleiben, auch wenn schon alle Samen entlassen sind.

Lärchennadeln sind leicht giftig und enthalten ätherische Öle wie Pinen oder Borneol, Bitterstoffe, Harzsäuren wie Laricinolsäure, Bernsteinsäure.

Aus dem zuckerhaltigen Saft der Nadelblätter junger Triebe erhält man das die Verdauung anregende „Manna von Briancon“. Außerdem kann man die jungen Triebe zu Tee, Schnaps oder Sirup oder im Salat verarbeiten.

Aus dem angezapften Stamm erhält man „venezianisches Terpentin“ (Venedig war Haupthandelsmarkt), Terebintha laricina, ein Harz mit 10 – 15%igem Lärchenterpentin. Dieses gelbbraune, dickflüssige und wohlriechende, bittere Mittel wurde bei Lungen- und Hautkrankheiten eingesetzt. Harzkügelchen kaute man gegen Erkältungen oder rieb die Brust damit ein. Es wirkt auch bei Rheuma und gegen Hexenschuss.

Mit der Lärche vergesellschaftete Pilze sind v.a. Lärchenröhrlinge. Der Bekannteste von ihnen dürfte der Goldröhrling sein, der in fast jedem Bestand auftaucht.

Die Lärche ist Futterpflanze für Kiefernschwärmer und Kiefernspanner. Gütlich tun sich an der Lärche u.a. auch Lärchenblattwespe, Lärchenknospen-Gallmücke, Lärchenminiermotte, Großer Lärchenbohrkäfer und Grauer Lärchenwickler, dessen Raupen die Nadelblätter aushöhlen.

Plinius behauptet in seinem Naturwerk, dass Lärchen weder verbrennen noch verkohlen. Anzunehmen, dass der Gute auf dem Holzweg war.

In den Alpen ist die Lärche Wohnstätte der guten Waldfrauen, die Mütter und Kinder schützen.

Und vergessen Sie den Klapperstorch, doppelstämmige Lärchen bringen Babys zur Welt, sie können dort abgeholt werden!

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Seitenäste der Lärche
Einzelner Ast der Lärche