Haselnuss

Die Haselnuss, Corylus avellana, ist ein Mitglied der Familie der Birkengewächse, der Betulaceae. Der bis zu fünf Meter Höhe wachsende, mehrstämmige Strauch kann bis zu hundert Jahren alt werden und mag Standorte wie Laubwälder, Hecken und Bachufer.

Die Laubblätter der Hasel sind umgekehrt eiförmig mit einem doppelt gesägten Blattrand. Bereits lange vor dem Herbst sitzen an den Achseln der Blattstiele Blattknospen und sieht man „Kätzchen“, die auf das nächste Frühjahr warten.

Haseln blühen einhäusig, d.h. auf einem Strauch gibt es sowohl weibliche als auch männliche Blüten. Sehr unauffällig und klein sind die weiblichen Blüten. Sie sitzen aufrecht am Zweig, bleiben von den Knospenschuppen umhüllt und erinnern so an Knospen, aus denen rosa Pinselchen herausragen. Diese „Pinselchen“ sind die Narben, auf die der Blütenstaub gelangen muss.

Die männlichen Blüten sind hängende Kätzchen, die mittlerweile ihre etwa 200 Millionen winzig kleinen Staubkörner häufig bereits im Januar entlassen und so die Heuschnupfensaison eröffnen. Die Vielzahl an Staubkörnern ist notwendig, da diese vom Wind verbreitet werden. Trotz der vorliegenden Anemophilie sind sie eine Hauptnahrungsquelle für Honigbienen im Frühjahr, während weibliche Blüten weder Duft noch Nektar bieten.

Mit der Blüte der Hasel beginnt der „phänologische“, der sichtbare Frühling.

Nach der Blüte entwickeln sich die Nussfrüchte, deren Inneres, umgeben von der dünnen, häutigen Samenschale, die Nuss ist, die Menschen seit etwa 10000 Jahren als begehrtes Lebensmittel verzehren.

Auch bei Tieren sind die Nüsse beliebt. Eichhörnchen, Siebenschläfer, Haselmaus, Kleiber, Häher haben sie zum Fressen gern und tragen durch verlieren und vergessene Vorräte zur Verbreitung bei.

Außer vielen weiteren, gelegentlichen Gästen sind auf die Haselnuss spezialisierte Besucher Haselnussbohrer, Haselnussmaskenzikade, Haselnussblattlaus oder Haselnuss-Gallmilbe.

Auch wenn Hildegard von Bingen (1098 bis 1179) sagt: “Der Haselbaum ist ein Sinnbild der Wollust, zu Heilzwecken taugt er kaum.“, sind Haselnüsse sehr gesund, sie enthalten fettes Öl (60%, viele essentielle Fettsäuren), Proteine (20%), Phytosterine, Salicylsäure, die Vitamin B1, B2 und E, Calcium, Magnesium, Mangan, Phosphor, Kalium und sind so Nahrung für Gehirn und Nerven.

Die Laubblätter werden in der Volksheilkunde eingesetzt bei Leber- und Galleleiden, Durchfall, Husten.

Haselnüsse sind ein Symbol für Unsterblichkeit, Fruchtbarkeit, Glück und Wunscherfüllung, man denke an „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Haselnusszweige dienen zur Abwehr von Hexen, können Schatztruhen öffnen und Kraftströme fließen lassen, sodass sie als Wünschelruten zum Finden von Wasser, Schätzen und Metalladern dienen.

Leichten Mädchen werden zum 1.Mai keine Birken-, sondern Haselnusszweige vor das Haus gestellt, da man mit ihnen „in die Haseln“ gehen kann…

Moses schlägt auf Gottes Befehl während der Flucht aus Ägypten mit einem Haselnusszweig auf einen Felsen, um Wasser zu finden und die Juden vor dem Verdursten zu retten.

Haselnüsse sind lecker in Schokolade, Eis, als Nugat, Krokant, in Backwaren aller Art.

Und wenn es noch so lecker und verführerisch ist, mal eben mit dem Kaffeelöffel aus dem Glas mit der Nussnugatcreme zu naschen: 100 g haben locker 650 Kilokalorien …

Haselnuss Zweig
Haselnuss Zweig
Haselnuss Kätzchen und weibliche Blüte
Haselnuss Kätzchen und weibliche Blüte
Haselnuss Milbe
Haselnuss Milbe
Haselnuss Kätzchen im Schnee