Weißdorn

Mehlbeere, Hagedorn

Der Eingrifflige Weißdorn gehört mit Mispel, Schlehe und Erdbeere in die große Familie der Rosengewächse. Sein wissenschaftlicher Name, Crataegus monogyna, bezieht sich auf das griechische krataois, was so viel wie hart oder mächtig bedeutet und sich auf das harte Holz bezieht, das sich für Drechslerarbeiten und zur Herstellung von Spazierstöcken eignet. Der zweite Namensteil, monogyna, sagt uns, dass wir es hier mit dem eingriffligen Weißdorn zu tun haben, nicht mit der zweigriffligen Verwandtschaft.

Als „Weißdorn“ grenzt er sich mit seiner hellen Rinde gegen die Schlehe, den „Schwarzdorn“, mit ihrer dunklen Rinde ab.
Als Hagedorn schützt er mit seinen Dornen eine umfriedete Fläche, einen sogenannten „Hag“. Ihr findet diesen bis zu zehn Meter hoch werdenden Strauch an Wald- und Feldrand, in hellen Laub- und Mischwäldern und sehr häufig als Bestandteil von Hecken.

Seine durch drei bis sieben tiefe Einschnitte gelappten Laubblätter sitzen an dornigen Zweigen. Er blüht, für Viele unangenehm fischig riechend, weiß in Form einer Doldenrispe. Die von Fliegen, Käfern und Bienen gut besuchten Blüten entwickeln sich zu roten, fässchenförmigen Früchten, die roh gegessen werden können. Ihr süß-säuerlicher, mehliger Geschmack hat ihnen wohl zu dem Namen „Mehlfässchen“ verholfen.

Vögel ernten die Früchte, knabbern das Fruchtfleisch um den einzelnen Kern herum ab und lassen diesen fallen, daher der schöne Name „Mundwanderer“. Säuger scheiden den Kern unverdaut wieder aus und vergessliche Nagetiere helfen bei der Verbreitung, wenn Verstecke nicht wiedergefunden werden.

Ökologisch gesehen ist der Weißdorn, als Lebensraum- und Futterlieferant sowie als Hecke oder einzelner Strauch im Garten, besonders wertvoll. Hier können über 150 Kleinlebewesen, davon über 50 Kleinschmetterlinge, über 15 Wildbienenarten, etwa 30 Vogelarten, leben und futtern.

Aus den Früchten des Weißdorns lassen sich Mus und Marmelade herstellen, sie eignen sich für Likör und Wein und aufgebrüht als Früchtetee. Die getrockneten Kerne ergeben gemahlen einen Kaffeeersatz.

Weißdorn enthält Pektine, Flavonoide, Saponine, Bitterstoffe, Gerbstoffe, ätherische Öle, Vitamin B und viel Vitamin C. Er ist ein auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und bei der indigenen Bevölkerung Amerikas bekanntes, wertvolles Heilmittel gegen Herzschwäche.
Er fördert die Kontraktionsfähigkeit des Herzens, die Durchblutung, und durch Erweiterung der Herzkranzgefäße besonders die des Herzens, und wirkt blutdrucksenkend. Er wird weiterhin angewendet bei Stress, Angstzuständen, Nervosität, Schlafstörungen, Kopfschmerzen.
Apotheken bieten mehrere Weißdornpräparate an, die zum Teil an seinen lateinischen Namen erinnern.

Auch in der Mythologie spielt der Weißdorn eine Rolle, hauptsächlich zur Abwehr böser Mächte oder Hexen. An die Stalltür genagelte Zweige schützen das Vieh, die Wiege aus Weißdorn das Kind.

Der Volksmund sagt:

Im Morgengraun des 1. Mai ein junges Mädchen draußen sei.

Im Weißdorntau spazierengehn macht junge Mädchen wunderschön.“

Außerdem weiß man ja, dass unter einzelnstehenden Weißdornbüschen Feen wohnen…

Weißdorn