Buchen-Streckfuß

Buchenstreckfus

Es ist immer etwas Besonderes, eine Schmetterlingsraupe zu finden. Sie sind
oft so seltsam in Form und Farbe, so ganz anders als die
dazugehörigen Schmetterlinge.

Behaarte Raupen, das wissen die meisten, soll man nicht anfassen, denn die
Haare können zu körperlichen Reaktionen beim Menschen führen. Aber
oft sind es gerade die Haare, die eine Raupe auffällig machen.

Das gilt jetzt im Oktober ganz besonders für die Raupe, die einmal ein
Buchen-Streckfuß werden möchte. Als sie kleiner und jünger war, da
hat sie kaum jemand wahrgenommen, aber jetzt ist sie fast 5
Zentimeter groß und dazu noch bunt gefärbt. Sie steht kurz vor der
Verpuppung, nutzt aber noch die letzten grünen Blätter ihrer
Nahrungspflanzen, um sich satt zu fressen.

Zu den Futterpflanzen gehören übrigens neben der Buche auch Stieleiche,
Hainbuche, Salweide, Hasel, Birke und andere Sträucher und Bäume.
Es ist also nicht verwunderlich, dass der (Buchen-)Streckfuß bei
diesem breiten Nahrungsangebot nicht zu den seltenen Arten gehört;
er wird als Nachtfalter halt nur selten gesehen.

Besonders, wenn die Raupen sich zusammenrollen, weil sie sich bedroht fühlen,
dann seht Ihr mehrere kräftig gelbe Haarbüschel, die auf den
Körpergliedern hinter dem Kopf gerade vom Körper abstehen. Zwischen
diesen Haarbüscheln zeigt die Raupe eine tiefschwarze Körperfärbung.

Es gibt allerdings auch noch ein Haarbüschel kurz vor dem Körperende,
das rot gefärbt ist. Daher ist die Raupe auch unter dem Namen
„Rotschwanz“ bekannt.

Und es gibt eine Farbvariante, bei die die auffälligen Haarbüschel nicht
gelb, sondern rötlich gefärbt sind.

 

Die Raupe entstammt einer Eiablage mit rund 300 möglichen Geschwistern,
die von Mutter Streckfuß im Mai oder Juni an Rinde oder auf Ästen
von Gehölzen abgelegt wurden. Sind die jungen Raupen nach dem
Schlupf noch dichtgedrängt unterwegs, so werden sie bald aufgrund
großen Hungers zu Einzelgängern und suchen sich saftige Blätter
zum Fraß. Nach mehreren Häutungen ist im Spätsommer und Herbst die
maximale Größe der Raupe erreicht.

Sie verpuppt sich an Laubblättern, die bald vom Baum abgeworfen werden,
oder direkt im Falllaub auf dem Boden. Hier überwintert die Puppe,
aus der bei passenden Frühjahrstemperaturen ein neuer Falter
schlüpft.

Der Falter erreichen Körpergrößen von fast vier bis fast sieben
Zentimetern (Weibchen). Die Vorderflügel sind hellgrau gemustert
und zeigen zwei bis vier dunkle Zackenbinden. Es gibt allerdings
abweichende Farbvarianten, bei denen die Merkmale nicht so ganz
eindeutig sein können. Die dicht behaarten Vorderbeine, die lang
ausgestreckt unter dem Körper hervorragen, haben den Streckfüßen
ihren Namen gegeben.

Wer mehr über den Buchen-Streckfuß wissen möchte, der sollte einmal
hier nachschauen:

https://www.biologie-seite.de/Biologie/Buchen-Streckfu%C3%9F

Bis zum nächsten Naturerlebnis-Tipp aus der Natur-Schule Grund

Euer / Ihr

Jörg Liesendahl

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